Kurs 21.217 - Therapeutische Theologie: Armut als gelebte Liebe (storniert - keine Anmeldung möglich)

Von 26. April 2021 15:00 bis 30. April 2021 13:00

Kursleitung: Dr. Georg Beirer

Die befreiende Wirklichkeit einer asketischen Lebenskultur

 

In der öffentlichen Wahrnehmung der Armut ist durch die Diskussion des Klimawandels und seiner Bedrohungen, durch die zunehmende Sensibilisierung für die Verteilung der begrenzten Ressourcen und die damit einhergehende weltweite, defizitäre Armut ein Perspektivenwechsel eingetreten: Will der Mensch auf der Erde Zukunft haben, muss Armut für alle eine frei gewählte und gestaltete Lebenshaltung und solidarische Lebensform werden.

Die Armut in der Hl. Schrift und der Tradition der Mystik ist als eine zentrale Herausforderung zu befreitem Leben wesentliches Zeichen für das Reich Gottes und Handlungsorientierung zu einem wahren Leben, zur Begegnung mit Gott, dem Menschen und sich selbst. Sie ist bleibender Anspruch auf dem Weg der Menschwerdung, aber oft veräußerlicht und aufs Materielle verkürzt. Ihre Vielschichtigkeit und Dynamik als Motivation zu einem solidarisch befreiten Dasein wurde meist auf eine spiritualisierte persönliche Verzichtsleistung reduziert.

Die Auseinandersetzung der heutigen Armutsdiskussion im Angesicht weltweiter Verelendung und Ausbeutung der Schöpfung mit dem Armutsverständnis einer kritischen christlichen Spiritualität kann den Boden bereiten, Armut als eine lebensförderliche, befreiende und der Menschwerdung aller dienenden Grundhaltung und Praxis zu erkennen. Sie in die Gegenwart hinein zu konkretisieren, entfaltet die lebenswerte Vielschichtigkeit der Armut:

Die "Eleganz der Einfachheit" (materielle Armut).

Die Mystik der offenen Augen und Herzen (psychische Armut).

Im Denken frei sein (geistige Armut).

Das Leben wählen, nicht die Moral (moralische Armut).

Solidarität leben im Mut zum Fragment (gemeinschaftliche Armut).

Vor Gott nichts in den Händen haben (müssen) (geistliche Armut).

Diese Spuren befreiender Armut ändern die Erfahrungen Gottes und das Selbstverständnis des Menschen, weil sie zu einem Wagnis der Liebe und der Freiheit provozieren: Armut verzichtet nicht, sondern liebt solidarisch. Sie wird zur gelebten Weltverantwortung als eine "asketische Weltkultur", die ein Leben in Fülle für alle Menschen im Blick behält.

Weitere Informationen
Dr. Georg Beirer
 
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Kursgebühr: 200,00 €

Unterk./Verpfl.: 245,00 €

 

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